Rohkost Basics

Wie Du Pestizide auf Obst und Gemüse neutralisierst

Entgiftung des Körpers

Wir alle wissen es – es gibt unzählige Pestizide und andere Umweltgifte in unseren Lebensmitteln. Herbizide, Insektizide und Fungizide werden tonnenweise auf die Felder gebracht und verseuchen den Boden und die Pflanzen. Diese Stoffe sollen bei Früchten und Gemüse störende Insekte, Unkraut und Pilze bekämpfen. Sie sind wirkungsvoll und giftig nicht nur für die Zielobjekte, sondern auch für unsere Gesundheit, für Tiere und für das gesamte Ökosystem. Spuren von Pestiziden sind überall zu finden: in der Erde, im Wasser und sogar im Fettgewebe der in der Arktis lebenden Eisbären. Nur die chemische Industrie kommt gut dabei weg.

Diese chemischen Gifte bringen uns vom einmaligen Verzehr zwar nicht um und wir merken sie nicht unmittelbar, aber bei ständigem Verzehr von belasteten Nahrungsmitteln werden sie im Körper angereichert, vergiften den Organismus und verursachen Krankheiten. So wird das gesunde Obst und Gemüse auf Dauer gesundheitsschädlich.

Pflanzenschutzmittelrückstände sind nur ein Teil der Belastung, denen der moderne Mensch täglich ausgesetzt ist. Manche Pestizide können Allergien auslösen, das Hormonsystem schädigen und die Fortpflanzungsfähigkeit und das Nervensystem beeinträchtigen. Sie werden in den Fettzellen abgelagert und können so Übergewicht verursachen. Vier  Prozent der europaweit zugelassenen Pestizide stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Bio Lebensmittel

© Depositphotos.com/@ OlafSpeier

Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Grundsatz „Gemüse und Obst ist gesund“ außer Kraft gesetzt ist. Pflanzenbasierte, unverarbeitete, frische Nahrung ist nach wie vor ernährungsphysiologisch die richtige Ernährung für uns. Wir müssen uns nur den Umständen anpassen und lernen die Pestizide so weit es geht zu vermeiden.

Je reiner der Körper ist, desto deutlicher spürt man den Pestizidgehalt. Ich merke es nach mittlerweile 2 Jahren veganer Rohkost sofort bei stark belasteten Früchten; z.B. bei konventionellen Wassermelonen: sie hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack und ich bekomme starke Magenschmerzen. Deswegen meide ich sie sowie die anderen Früchte, die am stärksten belastet sind.

Liste der am stärksten belasteten Obst- und Gemüsesorten

Greenpeace führt seit dem Jahr 2003 regelmäßig Tests zur Pestizidbelastung von Obst und Gemüse durch und hat bereits mehrere jährliche Pestizidratgeber herausgegeben. Hier kannst Du den von 2012 anschauen.
Laut den Untersuchungen von Greenpeace wurden in fast der Hälfte aller konventionellen Proben mehrere Pestizide (Pestizid-Cocktails) gefunden. Besonders türkische Produkte (Trauben, Birnen und Gemüsepaprika) sind in diesem Zusammenhang negativ aufgefallen. Außer der Türkei sind Chile und Thailand die Herkunftsländer mit einem sehr hohen Anteil an pestizidbelasteten Lebensmitteln. Im deutschen Supermarktvergleich hatte Lidl die saubersten Lebensmittel und allgemein schnitt Gemüse deutlich besser ab als Obst.

Es ist sehr ratsam darauf zu achten, was Du einkaufst und wann. Nicht alle Sorten und nicht zu allen Jahreszeiten sind sie gleich stark belastet. Bei geschickter Auswahl kannst Du die Chemierückstände selbst bei geringem Budget niedrig halten.

Top 15 der am meisten belasteten Obst- und Gemüsesorten: 

  1. Trauben sind häufig mehrfach belastet
  2. Erdbeeren aus dem Ausland
  3. Melonen
  4. Pfirsiche und Nektarinen
  5. Äpfel auch konventionelle aus Deutschland
  6. Birnen
  7. Kirschen
  8. Zitrusfrüchte
  9. Ananas
  10. Aprikosen
  11. Paprika besonders aus der Türkei
  12. Sellerie
  13.  Zucchini (Spanien, Türkei)
  14. Kopfsalat
  15. Möhren

Top 15 der saubersten:

  1. Bananen nur die aus Dom Rep sind wenig belastet, schädigen dabei jedoch die Plantagenarbeiter
  2. Kiwis
  3. Heidelbeeren aus Deutschland
  4. Pflaumen (Deutschland, Spanien)
  5. Sharon
  6. Spargel
  7. Avocado
  8. Blumenkohl
  9. Süsskartoffel
  10. Zwiebeln aus Deutschland
  11. Fenchel
  12. Kohlrabi
  13. Brokkoli
  14. Champignons (ausser die aus Polen)
  15. Gurken aus Deutschland

Zu den als sehr sauber bewerteten Gemüsen gehören vor allem einheimische Gemüsesorten wie Kohl, Spargel, Zwiebeln und Champignons. An konventionellem Obst werden Heidelbeeren, Kiwi und Sharon als empfehlenswert bezeichnet.

Körper entsäuern

Seit der Veröffentlichung der Listen der am meisten pestizidbelasteten Obst und Gemüse haben wir alle die Möglichkeit, vorsichtig zu sein und belastete Lebensmittel zu vermeiden oder sie in Bio-Qualität zu kaufen. Aber einige von diesen Produkten wie Weintrauben oder Kirschen sind zu lecker, um darauf zu verzichten, oder zu teuer, um sie in Bio-Qualität zu kaufen.

Ich kaufe, so weit ich kann, im Bio-Supermarkt ein, aber 100% von Bio zu leben ist schon ziemlich teuer für mich. Rund 30 – 40 % meiner Einkäufe sind nicht biologisch. Z.B. kosten Kirschen im Moment in Bio-Qualität 12,90 Euro und bei Lidl 4,90. Ich liebe Kirschen und verbrauche leicht ca. 1 – 1,5 kg, um satt und zufrieden zu sein.

5 Tipps für den Einkauf und die Zubereitung von Obst und Gemüse, um die Pestizidbelastung so gering wie möglich zu halten:

1. Bio ist die erste Wahl

Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau sind meist unbelastet, weil bei dieser Anbaumethode nur wenige Pflanzenschutzmittel zugelassen sind und weitgehend auf chemische Spritzmittel verzichtet wird. Die Wirkstoffe sind natürlicher Herkunft, die deutlich weniger gesundheitsschädlich sind als die synthetischen Mittel der konventionellen Landwirtschaft. sowie Zitronen, Orangen und Äpfel immer in Bio-Qualität.

Achtung: Fair Trade Produkte sind nicht immer gleich Bio und nur dann garantiert ökologisch produziert, wenn ein Bio-Siegel draufsteht.

2. Achte auf das Herkunftsland

Ca. 70 Prozent des in Deutschland verkauften Obsts und Gemüses wird importiert. Je nach Herkunftsland werden unterschiedliche Mengen an Pestiziden eingesetzt. Deutsche Produkte sind in diesem Sinne am sichersten. Außerdem haben sie viel kürzere Wege, wobei mehr Nährstoffe erhalten bleiben. Kaufe möglichst viel heimisches Obst und Gemüse, am besten aus der Region.

3. Beachte den Zeitpunkt der Ernte

Viele konventionelle Obst- und Gemüsesorten wie Wassermelonen, Paprika oder Erdbeeren enthalten am Anfang der Erntezeit mehr Pestizide als ein paar Wochen später. Warum? Um den Reifeprozess zu beschleunigen und um zum geplanten Datum den Verkauf zu starten, werden je nach Wetterbedingungen mehr oder weniger Wirkstoffe gespritzt. Bevorzuge daher saisonales Obst und Gemüse! Dieser Saisonkalender der Verbraucherzentrale Hamburg hilft Dir weiter.

4. Entferne die äußeren Schichten

Bei Salaten, Kohl, Zwiebeln und anderen Sorten mit mehreren Blattschichten können die äußeren Blätter entfernt werden. Die inneren sind sauberer. Die äußeren Blätter haben mehr haftende Rückstände vom Besprühen und absorbieren die meisten Gifte.

5. Wasche Dein Obst und Gemüse richtig

Wenn Du auch nicht alles biologisch kaufen kannst, so lerne wie Du schädliche Pestizide von Obst, Gemüse und Salat zumindest zum Teil mit dieser einfachen Methode entfernst.

Obst waschen

Kann man Pestizide durch Waschen neutralisieren?

Es gibt natürliche Mittel, die Chemiebelastungen zum Teil zu beseitigen. Die drei Superhelden sind:

  1. Essig
  2. Zitronensaft
  3. Natron
Essig

Hierfür ist der destillierte, klare Essig am besten geeignet. Verwende Essig in Lebensmittelqualität (keinen Industrieessig)!
Für das Waschen von Obst und Gemüse sollte eine Lösung aus 1 Teil Essig und 9 Teilen Wasser eingesetzt werden. Das Obst oder Gemüse wird dann in dieser Lösung für ca. 15 – 20 Minuten eingelegt und danach unter sauberem Wasser abgespült. Der Essig entfernt ca. 98% der Bakterien und neutralisiert einen Großteil der Chemierückstände.

Bei Obstsorten mit einer empfindlichen Haut, wie Erdbeeren, ist diese Prozedur nicht geeignet, da hier Risse entstehen können, über die zu viel Essig ins Innere der Frucht gelangt. In diesem Fall füllst Du die Essiglösung in eine Sprühflasche, besprühst die Früchte und lässt sie für 10 – 20 Minuten einwirken. Dann spülst Du sie mit sauberem Wasser ab.

 Optionen für Wasch-Lösungen:

Zitrone/Natron-Lösung

  • Saft einer halben Zitrone (natürliche Desinfektion)
  • 2 TL Natron (neutralisiert Pestizide durch pH-Wert)
  • 300 ml Wasser

Das Natron und der Zitronensaft werden schäumen, wenn sie zusammengemischt werden! Das ist eine normale chemische Reaktion.

Zitrone/Essig-Lösung

  • Saft einer halben Zitrone (natürliche Desinfektion)
  • 2 EL Essig (neutralisiert einen Großteil der Pestizide)
  • 300 ml Glas Wasser

Vorgang: Fülle Wasser in eine große Schüssel, mische die oben genannten Zutaten je nach der gewählten Option zusammen und weiche die Früchte / das Gemüse für 15 – 20 min ein oder befülle eine Sprühflasche, besprühe das Zielobjekt und lass die Lösung 15 – 20 Min einwirken, dann spüle gut ab.

Fazit

Jetzt kennst Du ein paar gute Tricks, wie Du Dich auch ohne großes Budget chemiefrei, vegan und rohköstlich ernähren kannst und das beste für Dich daraus machst. Selbstverständlich ist es am besten wann immer möglich Früchte und Gemüse aus Bioanbau zu beziehen. Chemiefrei ist nicht nur gut für jeden einzelnen, sondern auch für die Natur, die Tiere und den Planeten.
Die meisten Ökobauern setzen beim Anbau Nützlinge ein, behandeln das Unkraut mechanisch und achten auf optimale Fruchtfolgen. Sie fördern mit ihren natürlichen Methoden die Bodenfruchtbarkeit – das Fundament des Lebens, um Menschen zu ernähren. Davon profitiert auch das Grundwasser, die Luft und die Tierwelt.

Victoria

Bio Lebensmittel

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Quellen:

Beitragsfoto: 

© Depositphotos.com/@ Feverpitch

34 Kommentare

  1. Danke für deinen tollen Artikel. Die beste Empfehlung ist wohl wirklich saisonal und regional einzukaufen. Wir haben einen tollen Hof unseres Vertrauens in der Nähe. LG Antje

    • Victoria sagt

      Hi Antje, ja der Meinung bin ich auch. Meine Wasch-Tipps sind auch nicht dazu gedacht, die Menschen zum Einkaufen von konventionellen gespritzten Lebensmitteln zu animieren. Eher um das beste daraus zu machen, wenn’s mal nicht anders geht. Ich möchte eher die anderen auf die Pestizide aufmerksam zu machen, da viele darüber gar nicht nachdenken. Bei mir ist Bio immer die erste Wahl. Mit einem vertrauten Hof in der Nähe ist man gut versorgt!

  2. tanja triendl sagt

    hallo victoria, danke für deinen ausführlichen artikel!
    ich verwende diese „rezepte“ für obst- und gemüsereiniger:

    20 tropfen grapefruitkernextrakt
    1 esslöffel natron (natriumhydrogencarbonat)
    1 tasse weißer esssig
    1 tasse wasser
    1 sprühflasche

    ODER

    1 esslöffel zitronensaft
    1 esslöffel weißer essig
    1 tasse wasser
    1 sprühflasche

    lg, tanja

    • Victoria sagt

      Liebe Tanja,
      danke schön für Deine Rezepte! Die werden sicherlich für viele eine Bereicherung sein <3

  3. Elisabeth sagt

    Hallo Victoria,

    danke für den schönen Artikel und die Mühe, die du dir machst. Bis du zum Entfernen der Pestizide kommst, finde ich auch alles ganz gut recherchiert. Dann fehlt mir aber leider die Wissenschaftlichkeit: welche Pestizide kann man denn deiner Meinung nach mit den genannten Säuren oder Natron beseitigen? Und übrigens wirkt Essig nicht basisch, sondern sauer. 😉 Er würde also nur solche Pestizide durch Reaktion neutralisieren, die selbst basisch sind. Ob das auf die meisten zutrifft, weiß ich selbst nicht.
    Oh, und man sollte vielleicht hinzufügen, dass heutzutage leider die Pestizide schon im Saatgut sind, das in ebendiesen getränkt wird. So ist leider mittlerweile der Großteil der Gifte im Obst und Gemüse und nicht mehr nur abwaschbar auf der Oberfläche. Da hilft dann wirklich nur noch. , möglichst saisonal, regional und unbelastete Sorten zu kaufen.
    Beste Grüße,
    Elisabeth

    • Victoria sagt

      Liebe Elisabeth,
      vielen Dank für Deinen Kommentar und die Hinweise. So weit habe ich nicht nachgeforscht, dass ich mich richtig gut mit Pestizidenarten auskenne und ich weiss auch nicht, ob ich die ganze Wahrheit wissen will und ob mich das im positiven Sinne weiterbringt. Klar, hat das meiste konventionelle Obst und Gemüse Gifte drin – dagegen kann man auch nichts mehr tun ausser es soweit wie es geht zu vermeiden. Ich bin auch der Meinung, dass bio, regional und saisonal die bessere Alternative ist. Nicht nur für uns selbst, sondern auch für die Erde, Wasser und die Tiere.
      Aber wenn’s mal konventionell sein „muss“, kann man wenigstens den äusseren Teil der Gifte entfernen, was schon besser als nichts ist.

    • Carmen sagt

      Laut IPEV Institut für Prävention und Ernährung, D-85737 Ismaning und dessen Tabelle werden Apfel-, Balsamico- und Weinessig als basisch eingestuft.

  4. Pingback: Wie Du Pestizide auf Obst und Gemüse neutralisierst - Gesunde LebensmittelGesunde Lebensmittel

  5. andreas witt sagt

    super Info, es ist ein zufriedenstellende information mit vielen zusätzlichen tips.SuperSuper.

  6. Pestizide zerstören Enzyme in Früchten und man kann sie nicht abwaschen, wenn sie in der Frucht sind.
    Die Enzymzerstörung macht betroffene Früchte zur wertlosen Masse hinsichtlich Linderung bestehender Stoffwechselschäden, und jegliche noch so geringe Pestizidrückstände sind giftig mit Folge von Stoffwechselschäden.
    Nur pestizidfrei erzeugte Nahrung besorgen, was sehr schwierig ist, da auch „Bio“ spätestens seit 1983 regelrecht auf Pestizide setzt (Pyrethroide, BT, Kupfer, etc.) anstatt ausgeglichen zu düngen.
    Wer irgendwie kann, sollte selber anbauen und/oder andere dabei unterstützen.

    • Victoria sagt

      Leider hast Du Recht, mittlerweile ist ziemlich alles verseucht. Sogar Bio Lebensmittel bekommen einen gewissen Anteil von Pestiziden aus der Erde, Luft und Wasser ab. Aber wir müssen das beste daraus machen. Selbst anbauen ist die beste Variante, Bio die weniger schädliche. Konventionelle Produkte sollten natürlich am besten nicht den Hauptbestandteil der Lebensmittel ausmachen, wer an seine Gesundheit und die Umwelt denkt. In der Frucht enthaltene Pestizide kann man nicht mehr entfernen, stimmt. Man kann jedoch wenigstens das tun, was man kann. Ich versuche immer wenigstens etwas zu tun statt einfach nur ein Opfer der Industrie zu sein.

  7. Sven sagt

    Hi, toller Artikel. Wollte nur noch hinzufügen,ndass Essig sauer und nicht basisch ist.

  8. Thomas sagt

    Ach Victoria, Du bist ein hübsches Mädel und kommst auch recht sympathisch rüber, aber was Du hier schreibst, ist wissenschaftlich nun wirklich nicht haltbar und auch etwas naiv, ums mal freundlich auszudrücken.

    Wenn Du möglichst unbelastetes Obst und Gemüse essen möchtest, kannst Du eigentlich nur Ware aus dem Gewächshaus nehmen, denn nur dort in diesem geschützten Klima kann man den Pilz- und Schädlingsbefall ohne Pestizideinsatz regulieren. Unter freiem Himmel hast Du ohne Fungizide und Insektizide praktisch keine Chance, gefährliche Pilze wie Mehltau oder Botrytis oder Schadinsekten (insb. Käfer, Schmetterlinge, Mücken und deren Larven) zu bekämpfen.

    Im Biofreilandanbau wird selbstverständlich auch gespritzt und zwar viel mit Kupfer- und Schwefel. Dass Kupfer latent toxisch und nicht gerade fruchtbarkeitsfördernd ist, sollte man zumindest als Frau wissen, denn damit werden bei einer Spirale Spermien abgetötet. Und Kupfer reichert sich im Boden ja auch an und ist wahrlich nicht gesund fürs Bodenleben. Gegen Schadinsekten kann man sich natürlich mit Folien und Netzen helfen, aber der Kunststoffverbrauch hierbei ist wirklich gigantisch (müssen ja UV-beständig sein und dürfen nicht verwittern).

    Wenn man alles sich selber überlassen würde, wäre das Obst und Gemüse voller Fraßspuren und diese sind natürlich Eintrittspforten für Pilze. Man kann vielleicht mal Glück haben und der Schädlingsdruck ist nicht allzu groß, dann hat man vielleicht noch ne einigermaßen ansprechende Ernte. Wenn man allerdings Pech hat, dann kann es auch sein, dass man gar nichts erntet, weil alles verpilzt oder verwurmt ist oder weil die Schnecken alles angefressen haben.

    Natürlich sind Fungizide und Insektizide für die Zielorganismen (Pilze, Insekten) toxisch und manche Fungizide greifen auch in den Hormonhaushalt der Pflanze ein und verlangsamen z.B. den Alterungsprozess und reduzieren den oxidativen Stress, wie z.B. die Strobilurine oder haben eine wachstumsregulierende Wirkung (Triazole). Aber diese Fungizide werden von der Pflanze mit der Zeit abgebaut (metabolisiert), so dass am Ende nur noch winzige Spuren vorhanden sind, die man mit modernen Messgeräten zwar noch nachweisen kann, die aber keinerlei Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier darstellen.

    Bei den Insektiziden, die hierzulande für gewöhnlich eingesetzt werden (Pyrethroide), handelt es sich zumeist um chemisch leicht modifizierte Pflanzengifte (Alkaloide), die ebenfalls sehr gut biologisch abgebaut werden. Die greifen allerdings nicht in den Hormonhaushalt der Pflanzen ein.

    Was ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann, ist die regelrechte Angst weiter Teile der Bevölkerung vor chemischem Pflanzenschutz, die wahrscheinlich da herrührt, dass von Lobbyseite sehr viel Propaganda für „Bio“-Produkte gemacht wird, was natürlich nur dadurch funktioniert, dass man die konventionelle Landwirtschaft diskreditiert. Das ist zwar unlauterer Wettbewerb, weil qualitativ unterscheidet sich Bio- und konventionelle Ware ja nicht, aber man hat mit dieser Bioschiene und reichlich Propaganda einen zweiten, sehr hochpreisigen Markt geschaffen, in dem sehr viel Geld umgesetzt wird. Und den gilt es natürlich zu verteidigen.
    Diesen zweiten Markt, die Bio-Schiene, gibt es natürlich nur, weil die Lebensmittel hierzulande sehr billig sind. Bei einem deutlich höheren Preisniveau für Lebensmittel hätte Bio nicht die geringste Chance.

    Dass man Tiere artgerecht zu halten hat und Pflanzenschutzmittel (sind eh nicht allzu billig) nur dort einsetzt, wo sie dringend benötigt werden, steht ohnehin außer Frage. Aber dazu brauchen wir keine zweierlei Standards.

    • Elisa sagt

      „Was ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann, ist die regelrechte Angst weiter Teile der Bevölkerung vor chemischem Pflanzenschutz, die wahrscheinlich da herrührt, dass von Lobbyseite sehr viel Propaganda für „Bio“-Produkte gemacht wird, was natürlich nur dadurch funktioniert, dass man die konventionelle Landwirtschaft diskreditiert.“

      Wenn ich lese „Pflanzenschutz“, kommt mir die Galle hoch. Und wenn ich im Herbst die vom Roundup gelb gespritzten Felder sehe, könnte ich kotzen.
      Logisch, dass alle Herbizide, Fungizide und Pestizide so wenig gesundheitsschädlich sind, dass alle Anwender sie bedenkenlos trinken würden. Warum kann man Glyphosat sogar in der Muttermilch nachweisen. Weil es ja so toll abgebaut wird.
      Zum Glück bin ich schon 66 und noch in einer Zeit aufgewachsen, in der die meisten Haushalte auf dem Lande sich aus dem eigenen Garten ernährt haben. Seit 12 Jahren habe ich auch wieder einen Garten und ernähre mich überwiegend daraus. Doch ja, Schädlinge gibt es auch im Gewächshaus. Aber meine Blattläuse stören mich nicht. Die wasche ich ab. Ich kann zwar den „sauren Regen“, der von oben kommt, nicht verhindern, aber zumindest das ganze chemische Zeug, mit dem die Lebensmittel in den Supermarktregalen belastet sind.

      • Carmen sagt

        Die Einleitung, die der liebe Thomas für seinen Kommentar gewählt hat, sprechen doch für sich wie auch der Rest des Ganzen (ARTGERECHTE TierHALTUNG…) sprechen für sich. Nun ja, wessen Lobby der Gute selbst vertritt, dürfte ja uinverkennbar sein.

  9. Thalguter Inge sagt

    Super Beitrag! Sollte von vielen Menschen gelesen werden, besonders von der Jugend!

  10. nun alles schön und gut, aber leider ist ja das gift überall, in der luft, im wasser, im boden und im saatgut.

  11. Simone sagt

    Danke, toller Artike, klar und verständlich geschrieben l! Sogar für mich alte Häsin noch neue Infos!!! Das machst du echt super, weiter so!

    • Victoria sagt

      Danke, Simone <3 Das ist ein grosses Kompliment für mich!

    • Victoria sagt

      Interessant! Danke für den Tipp, Benjamin.

  12. Super Artikel, danke für die vielen Infos.

    Bei der Neutralisierung von Pestiziden habe ich aber einen starken Einwand: Die funktioniert nicht. Egal ob mit Natron, Zitrone oder Essig. Klar kannst du ein bisschen von dem Gift abwaschen, aber ganz wegbekommen tust du das damit nicht.

    Unsere Erfahrung ist, dass es nur mit starken Basen funktioniert. Wir haben in Thailand eine Maschine kennen gelernt, die stark alkalisches Wasser herstellen kann (pH-Wert von 11,5). Das Gemüse für 1 Minuten darin eingelegt, war das Wasser total gelb. Das war das Gift, das mit Hochleistungsölen hergestellt wird, die alle möglichen Bedingungen überstehen – nur keine starken Basen.

    Auch Natron ist zu schwach basisch, als dass es einen wirklichen Effekt haben könnte.
    Wüsste selber aber gerade keine Alternative, und das Wasser-Gerät ist ziemlich teuer (2.500 aufwärts).

    Alles Liebe,
    Gerald

  13. Mike sagt

    Habe noch eine Frage zum Thema Kiwis.
    In der Vergangenheit habe ich auch schon mehrfach gelesen, dass bei Kiwis „relativ“ wenige chemische Schadstoffe verwendet werden, weswegen die wohl auch bei Dir ganz oben auf der Liste der Sauberen stehen.

    Allerdings hat man wohl bei verschiedenen Exporteuren recht gute Ergebnisse erzielt, wenn man die für die lange Reisezeit mit radioaktiven Substanzen bestrahlt – und damit einfach länger haltbar macht.
    Ein älterer artikle dazu im Stern
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14024610.html

    Vielleicht könntest Du dazu mal etwas schreiben.

    Schöne Grüße
    Mike

  14. Andre sagt

    Hi ich bin extrem empfindlich auf Chemikalien, ich kann keine normalen Waschmittel benutze etc. Aber ich kann auch nichts aus dem Supermarkt essen. Selbst viele Bio Sachen dort nicht. Aber wenn ich in eine Bioladen gehe hatte ich dort mit den Lebensmitteln noch nie Probleme. Wenn ich ein Lebensmittel aus dem Supermarkt esse, merke meistens schon sofort das es belastet ist. Wenn ich trotzdem esse bin ich meist über einen Tag krank. Das abwaschen bringt mir keinen Vorteil, selbst Bananen sind auch als innerlich verseucht obwohl sie so eine dicke Schale haben. Das Biolebensmittel also genauso belastet sind wie nicht Bio kann ich mir nicht vorstellen. Außerdem muss es einen Unterschied geben zwischen verschiedenen Bio Siegeln, in Bioläden gibt es Siegel wie Naturland, Demeter, oder Bioland, Siegel die man meistens im Supermarkt nicht sieht. Wäre interessant das mal zu beleuchten, dann gibt es ja auch ganz andere Produzenten wie z. B. Lebegesund Versandt. Und den Kriterien und Daten die Greenpeace traue sowieso nicht.

    Außerdem wird ja in konventioneller Landwirtschaft auch anders gedüngt, die Böden sind meistens tot und ausgelaugt, die Mikroorganismen die die Mineralien für uns erst verfügbar machen fehlen. Und jetzt gibt es diese Studie die zeigt dass die Nahrungsmittel massiv an Mineralien und Vitaminen abgenommen haben in den letzten Jahren.

    • Victoria sagt

      Hey Andre,
      da hast Du Fluch und Segen gleichzeitig: einerseits kannst Du nichts aus dem Supermarkt essen, andererseits sparst Du Dir unfreiwillig aber sicher die ganzen Supermarkt-Gifte! Leider ignorieren die Menschen, die nicht so empfindlich gegen Pestizide sind, deren Anwesenheit und fügen sich langsam aber sicher einen Schaden ein. Nur weil er nicht sofort bemerkbar ist, bedeutet nicht, dass er nicht da ist. Ich gehöre leider auch manchmal dazu. Du hast Recht, es macht Sinn, sich damit mehr auseinanderzusetzen und das Thema genauer zu beleuchten. Falls Du noch wissenswerte Links hast, schicke sie mir gerne zu, ich bin für jede Info dankbar!
      Liebe Grüsse
      Victoria

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