Körper & Schönheit

Haare färben mit Pflanzenhaarfarbe: meine Erfahrung

Henna Farbe

In diesem Artikel erfährst Du alles, was ich über Pflanzenhaarfarbe herausgefunden und selbst erprobt habe: den Unterschied zu chemischer Haarfarbe, wie sie funktioniert und was Du alles beim Färben beachten solltest.

Vorab meine Vorgeschichte: Ich habe seit meinem 15. bis zum 32. Lebensjahr meine Haare gnadenlos blondiert mit bestenfalls einem Jahr Pause. Also 16 Jahre insgesamt! Die meiste Zeit waren sie platinblond – blonder geht nicht. Ich konnte mich damals ohne blonde Haare nicht vorstellen. Ich dachte, dass mich niemand mehr beachten würde und ich wie eine unauffällige graue Maus aussehen würde. Das Umdenken hat langsam zusammen mit der veganen Rohkost-Ernährung eingesetzt. Zuerst habe ich die chemischen Shampoos weggelassen und dann ergab die Blondierung immer weniger Sinn für mich. Was bringt die natürliche Pflege, wenn die Haare durch die Chemie zerstört werden? Langsam bin ich auf blonde Strähnen umgestiegen. Zwei Jahre lang, nur um festzustellen, dass sie auch nicht besser sind. Das Gesamtbild ist trotzdem das gleiche: kaputte, trockene, brüchige Haare. Dann habe ich den meist gefürchteten Schritt gewagt: Ich habe meine natürliche Haarfarbe herauswachsen lassen und die gefärbten Haare nach und nach weggeschnitten. Die erste Zeit habe ich mich tatsächlich unwohl gefühlt, total unattraktiv und unhübsch. Doch dann habe ich gemerkt, dass ich eine Sache gar nicht vermisse: die blöden Anmachen und Flirtversuche auf der Straße von komischen Männern, die mich nicht interessieren. Ganz im Gegenteil, ich wurde viel weniger, dafür von qualitativen Männern angesprochen und irgendwie generell ernster genommen.

Es hat schon ein paar Jahre gedauert, bis ich zur eigenen Haarfarbe zurückfand. Und ich bin überaus glücklich damit. Doch wir Frauen sind Wesen, die ab und zu doch die ein oder andere Abwechslung suchen. So habe ich mich entschieden, Pflanzenhaarfarbe zum ersten Mal in meinem Leben auszuprobieren, um meinen dunkel aschblonden Haaren eine goldene Schattierung zu geben. Dazu habe ich mich ausgiebig über Pflanzenhaarfarben informiert und eine getestet.

Warum ist chemische Farbe schädlich für die Haare?

Chemische Haarfarbe greift die Struktur der Haare an und zerstört einen Teil der natürlichen Haarpigmente, um das Haar einheitlich durchzufärben. Durch diese aggressive Einwirkung werden die Haarschüppchen verändert und ähnlich wie bei einem Tannenzapfen geöffnet. Auf diese Weise können Farbpigmente in das Haar eindringen.

Bei regelmäßigem Färben können sich die Schüppchen immer schlechter schließen, die Haarstruktur wird porös. Dadurch werden die Haare trocken, brüchig, empfindlich gegen äußere Einflüsse und sehr schwer kämmbar. Aber auch chemische Stylingprodukte mit Alkohol, Föhn- und Glätteisenhitze zerstören die Haarstruktur. Die Folge ist, dass die Haare stumpf werden, es bildet sich Spliss und letztendlich brechen die Haare .

Wie funktioniert Pflanzenhaarfarbe und warum ist sie gut für Haare?

Im Gegensatz zur chemischen Farbe greift Pflanzenhaarfarbe die Struktur der Haare nicht an und dringt nur in die äußere Haarschicht ein. Es legen sich während der Färbung die Farbpigmente an die Haare an und umschließen sie. Die Haarstruktur wird nicht zerstört und noch besser: Die Farbpigmente füllen kleine Lücken zwischen der Schüppchen wieder auf und sorgen damit für einen langanhaltenden schönen Glanz nach der Färbung.

Hier sind die Inhaltstoffe einer Pflanzenhaarfarbe am Beispiel der Logona Goldblond:

Hibiscus Sabdariffa Flower Powder, Rheum Undulatum (Rhubarb) Root Powder, Cassia Auriculata Leaf Powder, Lawsonia Inermis (Henna) Leaf Powder*, Betaine, Simmondsia Chinensis (Jojoba) Seed Oil*, Algin, Parfum (Essential Oils) *aus kontrolliert biologischem Anbau

Sante Haarfarbe

Wie Du siehst, enthält die Pflanzenhaarfarbe wirklich nur pflanzliche natürliche Bestandteile und sie funktioniert so, wie wir Frauen es mögen: sie geht eine feste nachhaltige pflegende Verbindung mit den Haaren ein. Obwohl Pflanzenhaarfarben nicht in die Haarstruktur eindringen, lassen sie sich grundsätzlich nicht mehr auswaschen. Wie langfristig die Verbindung ist, kann jedoch von Haar zu Haar variieren.

Auch hängt das Färbeergebnis und die Haltbarkeit der Farben von der Pflege ab. Es ist viel nachhaltiger die Haare bereits einige Zeit vor der Färbung nur noch mit silikonfreiem Shampoo zu waschen oder noch besser auf natürliche Mittel wie Lavaerde oder Roggenmehl umzusteigen. Das Silikon blockiert  durch einen Film den Zugang zu den Haaren und verhindert, dass die natürliche Farbe ihre Wirkung entfalten kann. Auch Öle wie z.B. Jojobaöl wenn kurz vorher benutzt, können das Farbergebnis stören.

Auch von der Einwirkzeit unterscheidet sich die natürliche von der chemischen Haarfarbe. Bei natürlichen Farben kann sie bis zu zwei Stunden betragen. Es ist dabei auch wie bei chemischen Haarfarben wichtig, dass die Farbe nur auf heiler Haut ohne Wunden angewendet wird, denn die Farben werden aus pflanzlichen Bestandteilen wie Blättern und Rinden gewonnen und können Keime enthalten.

Wenn Du Deine Haare mit Naturhaarfarbe heller und blonder machen willst, wirst Du enttäuscht. Aufhellen ist nicht möglich. Die Pflanzenhaarfarben oxidieren nicht und  können das Haar nur etwas dunkler machen oder ihm eine andere Schattierung geben. Blondes Haar wird mithilfe einer Naturhaarfarbe auch nicht schwarz werden, sondern maximal um einen Farbton dunkler. Die Farbwirkung der Pflanzenhaarfarbe vereint sich mit Deiner natürlichen Haarfarbe zu einem ganz besonderen individuellen Ergebnis.

Haare färben mit Pflanzenhaarfarbe: die Anwendung

Wenn Du chemisch gefärbte Haare hast oder sonst noch zweifelst, färbe vorher eine Probesträhne.

Anwendung:

Die Haare vorher waschen, Farbe mit ca. 300ml warmem Wasser zu einem homogenen Brei verrühren. Möglichst warme Farbe auf die fast bzw. ganz trockenen Haare auftragen. Du kannst gerne einen speziellen Haarfärbepinsel benutzen, ich habe das mit den Händen gemacht, indem ich jede Strähne besonders an der Kopfhaut mit Farbe einmassierte und die Farbe dann in die Längen gezogen habe. Wenn Du Angst hast, dass sich die Hände verfärben, kannst Du dünne Handschuhe tragen.

Nach dem Farbauftragen eine dünne Plastiktüte oder beiliegende Wärmehaube aufsetzen und Handtuch um den Kopf wickeln. Wärme intensiviert den Färbevorgang. Jetzt kannst Du Farbspritzer von Dir und der Badewanne abwaschen. Nach der Einwirkzeit (ca. 1,5-2 Stunden) wasche die Haare gründlich aus und benutze evtl. eine Naturkosmetik Spülung.

Viele Frauen haben schon chemisch gefärbte Haare und fragen sich, ob sie auch Pflanzenhaarfarbe anwenden können, ohne grüne oder lila Haare zu bekommen. Ja, das geht. Ich hatte auch noch die Reste der Blondierung an den Spitzen. Wichtig ist nur, dass zwischen der chemischen Färbung und der pflanzlichen eine ausreichende Pause liegt (ca. 2 Wochen), da eine chemische Behandlung die Haare stark angreift. Zwar werden sich Schäden von der chemischen Färbung nicht rückgängig machen lassen, das Haar wird jedoch durch die Pflanzenhaarfarbe wieder kräftiger und glänzender aussehen.

Naturhaarfarbe

Graue Haare

Viele Leserinnen meines Blogs fragen mich, wie sie auf natürliche Weise und chemiefrei ihre grauen Haare abdecken können. Ich selbst habe noch keine Erfahrungen mit  grauen Haaren und meine Mama habe ich von natürlichen Pflanzenfarben noch nicht überzeugen können. Doch ich habe etwas über natürliche Farben und graue Haare recherchiert.

Pflanzenhaarfarben sollen das graue Haar nicht komplett wie chemische Farben abdecken können, doch es gibt einige, wie z.B. von Sante, Khadi oder Radico, die auch für graues Haar geeignet sind und über eine ziemlich gute Grauabdeckung verfügen. Vielen Frauen soll es sogar gelingen mit einer einzigen Färbung aus dem Braun-Bereich die grauen Haare abzudecken. Wenn ein Farbvorgang nicht ausreicht, kann man noch einen zweiten durchführen. Es kann je nach Haarstruktur und Ausgangshaarfarbe zu Grün- und Blautönen kommen, besonders bei Farben mit einem hohem Indigo-Anteil. Je höher der Unterschied zwischen Ausgangshaarfarbe und Pflanzenhaarfarbe, desto wichtiger wird die 2-Phasen-Färbung:

2-Phasen-Färbung

Bei ergrauten und blondierten Haaren ist es am besten eine Färbung in zwei Schritten durchzuführen. Dafür färbe Deine Haare zuerst mit reinem Henna oder einer anderen Haarfarbe mit einem sehr hohen Henna-Anteil. Im zweiten Schritt kannst Du nun mit der dunkleren Nuance färben. Dazu nach dem Auswaschen (ohne Shampoo) direkt wieder mit der Farbe auf die noch feuchten Haare gehen.

Pflanzenhaarfarbe auf blondierte Haare

Bei blondierten Haaren ist besondere Vorsicht geboten, da die Haare durch die Blondierung stark geschädigt sind. Die geschädigte Haarstruktur nimmt die Farbe sehr unterschiedlich auf. Das kann zu einem unschönen fleckigen Ergebnis führen. Blondierte Haare reagieren noch schneller mit einem Grünstich als ergraute Haare. Eine viel dunklere Haarfarbe ist nicht zu empfehlen, eine leicht dunklere lässt sich besser mit mehreren leichten Farbvorgängen erreichen als mit einer langen. Auch in diesem Fall kann die 2-Phasen-Färbung zu einem schöneren Ergebnis führen.

Meine Erfahrung

Diesmal bin ich nicht zum Naturfriseur gegangen, sondern habe mich entschieden, die Kontrolle zu übernehmen. Ich habe für meine dunkel aschblonden Haaren ein Goldblond von Logona in einem Bioladen gekauft.

Da ich zum Waschen Roggenmehl benutze, brauchte ich keine reinigenden, vorbereitenden Haarwäschen. Ich habe nur auf Öl für die Spitzen eine Woche lang vorher verzichtet. Zur Zeit der Färbung war ich in Thailand und musste daher improvisieren, jedoch war für eine intensivere Farbeinwirkung das warme Wetter von Vorteil. Nach 2 Stunden habe ich alles ausgewaschen. Das Ergebnis ist dezent und super schön geworden: meine Naturhaarfarbe mit einer goldenen Schattierung, glänzend und füllig. Sie lassen sich viel besser kämmen und fallen schöner.

Was mir neben den Farbakzenten besonders gefällt, ist der Effekt auf die Kopfhaut. Meine empfindliche Kopfhaut war beruhigt und der Effekt hält schon eine Woche an. Für meine mittellangen Haare hat mir eine Packung gereicht.

Haare färben

Fazit

Die naturkosmetische Pflanzenhaarfarbe ist eine lang anhaltende, facettenreiche, chemiefreie Lösung mit einem Bonus an Volumen, Pflege und Glanz. Besonders schonend, ohne Peroxide, Ammoniak, synthetische Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe. Rein pflanzlich und vegan. Sie passt gut für all die Frauen, die mal eine nachhaltige pflegende Veränderung wollen, ohne ihre persönliche Schönheit dabei untergehen zu lassen. Wenn schon Haarfarbe, dann nur solche – aus Liebe zu Deinen Haaren.

Hast Du auch schon eine Pflanzenhaarfarbe ausprobiert? Wenn ja, dann welche? Schreibe es in einem Kommentar! Bin gespannt auf Deine Erfahrungen.

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4 Kommentare

  1. lisa sagt

    Ich färbe meine Haare schon seit fast drei Jahren mit Logona Hennarot und ich bin immer wieder begeistert 🙂 Die Haare werden voluminöser, glänzen wunderschön und die Haarstruktur wird stärker. Ich werden immer wieder auf meine Haarfarbe angesprochen, da sie so natürlich aussieht und die Haare in der Sonne so schön glänzen. Die Farben von Logona kann ich nur empfehlen! 🙂

    • Victoria sagt

      Danke, Lisa ♡
      Dann ist das wohl kein Zufall bei mir:) Ich merke auch, wie dick meine Haare nach dem Färben mit Pflanzenhaarfarbe geworden sind, die Struktur ist fester und sie leuchten so schön goldblond! In der Natur liegt die Kraft 😉

  2. Anna-Maria sagt

    Hallo Victoria,
    auch ich habe meine aschblonden Haare 40 Jahre mit Chemiefarben immer in hellen Blondtönen gefärbt. Meine Haare sind immer wieder abgebrochen und letztendlich dünner geworden. Auch musste ich die Haare immer wieder kürzer schneiden lassen, obwohl ich lieber lange Haare gehabt hätte. Trotzdem konnte mir einfach nicht vorstellen, nicht mehr hellblond zu sein.
    Doch nun habe ich mich endlich entschieden, meine Naturfarbe herauswachsen zu lassen. Bisher habe ich 2 mal mit Radico Aschblond gefärbt. Das chemisch gefärbte Blond ist etwas dunkler geworden und der natürliche Ansatz fällt damit nicht ganz so krass auf. Ich bin sehr zufrieden mit Radico. Mir kommt keine Chemiefarbe mehr auf den Kopf!!! Und ich hoffe, dass meine Haare nun gesund länger werden können.
    Inzwischen denke, dass man auch mit aschblondem Haar (gesund und glänzend :-)…) richtig gut und attraktiv aussehen kann.
    Ich freue mich über jeden Millimeter, den mein Haar wächst.

    • Victoria sagt

      Liebe Anna-Maria,
      Danke für deinen schönen Kommentar und die Empfehlung! Da ging beim Lesen mein Herz total auf ♡ Mir gehts genauso: ich freue mich über jeden gewachsenen Millimeter und gehe nur 2 mal im Jahr zum Friseur zum Spitzenschneiden. Und schon sehen die Haare ganz anders aus und sind einen ganzen Stück gewachsen ohne abzubrechen und viel Spliss zu bekommen. Das ist ein unglaublich schönes Gefühl!!
      Ich kann Dir total versichern, dass man auch mit aschblonden Haaren gut und sexy aussehen kann – man muss nur lernen, diese Farbe schön zu finden und sich selbst damit. Ich habe ungefähr einen Jahr mit der Einstellung gekämpft, dass ich unauffällig bin und habe wirklich viel weniger Aufmerksamkeit von Männern gehabt. Und seit ein paar Monaten mag ich meine Haarfarbe total, habe angefangen mich generell mehr zu beachten und zu pflegen – und bekomme wieder ganz viele Komplimente und bewundernde Blicke! Was mir noch geholfen hat: die meisten Models haben ihre natürliche Haarfarben, das ist jetzt zum Glück total inn 😉 Was ich nicht vermisse vom Blondsein sind die billigen Anmachen von unseriösen und uninteressanten Personen, Du weisst schon 🙂 Jetzt werde ich viel ernster genommen.

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