Körper & Schönheit

Wie Du morgens ganz nebenbei Körper entgiftest und Zähne heilst

kokosnussöl

Wenn es um natürliche Pflege, Rituale und Produkte geht, möchte ich alles ausprobieren, was es gibt. Man kann sagen, es ist meine Leidenschaft. Du möchtest nicht wissen, was ich schon alles auf meine Haut geschmiert habe! Als ich das erste Mal vom Ölziehen hörte, war es wieder eine mit Begeisterung angenommene Neuentdeckung, vor allem, weil es eine ganzheitliche Methode mit einer jahrhundertelangen Tradition ist.

Ölziehen ist eine einfache alte Technik aus dem Ayurveda, bei der ein Esslöffel Öl im Mund hin- und hergezogen wird. Dies soll vor allem die Zahn- und Mundgesundheit verbessern, aber auch den Körper von Toxinen reinigen und im Rahmen der ganzheitlichen Therapie zur allgemeinen Gesundheit beitragen. Das Öl soll über die Mundschleimhaut den gesamten Organismus entgiften. Die Prozedur wird in Indien seit Jahrhunderten angewendet. Laut Ayurvedischen Quellen ist Sesamöl das traditionelle Mittel für das Ölziehen. Die ayurvedischen Praktizierenden schlagen ebenfalls andere Öle wie Kokosöl, Olivenöl oder mit Kräuter angereicherte Öle vor.

Es dauerte einige Zeit, aber endlich ist das Ölziehen auch in Europa populär geworden. Die meisten von uns können sich das Leben nicht ohne tägliches Zähneputzen vorstellen. Es war jedoch nicht immer so. Zähneputzen, wie wir es heute kennen, ist relativ neu. Es ist erst ab ca. 1930 in das alltägliche Leben eingegangen.

Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass trotz dem Umstand, dass die meisten Menschen in Europa heute mit Zahnbürste aufgewachsen sind, die meisten Menschen in der Geschichte bis ins hohe Alter komplett ohne Zahnpasta und Zahnbürste lebten und die meisten von ihnen dennoch starke, gesunde Zähne hatten, wie man anhand von archäologischen Funden festgestellt hat.

Warum war das so? Als allererstes konsumierten sie keinen Industriezucker und kein glutenhaltiges Getreide, Weißmehl oder pestizidhaltige, überzüchtete Früchte. Zweitens hatten sie eine natürliche Zahnpflege: Sie kauten an Ästen wie Miswak. Drittens war Ölziehen in vielen Kulturen ein tägliches Pflegeritual.

Besonders die Übergangszeit auf rohköstliche oder zum größten Teil rohköstliche Ernährung ist eine Phase starker Entgiftung und Reinigung. Das Ölziehen kann den Prozess des Entgiftens enorm unterstützen. Das Öl zieht die Gifte nicht nur aus dem Zahnfleisch und der Mundhöhle, sondern reinigt auf allen Ebenen des Körpers. Auch in den Übergangszeiten Herbst-Winter und Winter-Frühling ist eine Ölkur sinnvoll. 

Die Vorteile des Ölziehens:

  • macht weißere Zähne
  • heilt und beugt Karies vor
  • macht frischen Atem
  • heilt blutendes Zahnfleisch
  • festigt lockere Zähne
  • verringert Zahnbelag

Andere Wirkungen auf den ganzen Körper:

  • verbesserter Schlaf
  • weniger Kater
  • Heilung von Hautproblemen (Verbesserung von Akne, Psoriasis und Ekzemen)
  • Allgemeine Entgiftung des Körpers

Bei mir persönlich hat regelmäßiges Ölziehen Großartiges vollbracht: Das ständige Zahnfleischbluten ist verschwunden; es entstehen keine Zahnbeläge mehr und keine neuen Kariesstellen. Auch die Sensibilität der Zähne, die mich, seit ich mich erinnern kann, geplagt hat, ist verschwunden.

Welches Öl?

Die meisten nutzen heutzutage Kokosöl, weil es eine starke antibakterielle Wirkung hat, aber Du kannst auch ein anderes Öl verwenden. Es gibt einige Öle, die sich gut für das Ölziehen eignen, z.B. Sonnenblumen-, Distel-, Hanf-, Oliven-, Sesam- und Kokosöl. Es ist wichtig, dass Du ein qualitativ hochwertiges, biologisches und   kaltverarbeitetes Öl für das Ölziehen verwendest. Für meine Zahnpflege benutze ich dieses Bio-Koksöl von Dr. Georg. Kokosöl eignet sich dank seiner antibakteriellen und antifungalen Eigenschaften für das Ölziehen besonders gut und schmeckt mir besonders angenehm. 

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Du kannst die Öle auch abwechselnd einsetzen, dann hast Du die Vorteile verschiedener Öle für Dich kombiniert, z.B. einen Tag Kokosöl, danach Distelöl, dann Olivenöl usw., denn sie alle sind reinigend, doch jedes Öl hat seine eigenen speziellen Stoffe, z.B. wirkt Kokosöl antiseptisch, Olivenöl beseitigt effektiv Mundgeruch, Hanföl hat eine therapeutische Wirkung und einen leckeren Geschmack und Sesamöl entgiftet sehr stark.

So geht Ölziehen:

1. Die beste Zeit für das Ölziehen ist morgens nach dem Aufstehen, bevor Du etwas isst oder trinkst (nicht einmal Wasser vorher trinken). Denn über Nacht sammelt sich eine Vielzahl von Bakterien, Toxinen und Krankheitserregern im Mundraum an. Wenn es bei Dir morgens nicht geht, dann kannst du es auch zu einem anderen Zeitpunkt, vorzugsweise vor einer Mahlzeit tun.

2. Nimm einen Esslöffel Öl und ziehe das Öl im Mundraum hin und her und durch die Zahnzwischenräume, 15 — 20 Minuten lang. Sauge, presse, kaue, spüle es von links nach rechts, von oben nach unten. Achte darauf, das Öl nicht zu schlucken, da es Gifte aufnimmt und die willst Du bestimmt nicht schlucken.

Wenn Dir 20 Minuten richtig lang vorkommen, mache Ölziehen während des Duschens, Aufräumens, E-Mails checken oder auf dem Weg mit dem Auto zur Arbeit. Ich nehme das Kokosöl als erstes nach dem Aufstehen in den Mund und während ich das Bett mache, Wohnung lüfte und mich anziehe, merke ich nicht, wie 20 Minuten vergehen.

Falls Du schon früher das Öl ausspucken möchtest, weil der Mund sich zu voll anfühlt, dann spucke es aus und nimm für den Rest der Zeit einen weiteren Löffel Öl in den Mund.

3. Wenn die 20 Minuten um sind, spucke das Öl in den Mülleimer aus (nicht in das Waschbecken, wo das Öl härten und das Rohr verstopfen kann (frag mich nicht woher ich das weiß) und spüle den Mund mehrmals mit warmem Wasser oder noch besser mit Salzwasser aus.

4. Putze anschließend die Zähne mit natürlichen Mitteln LINK und mit Zahnseide, wenn Dir danach ist.

Führe diese Prozedur regelmäßig, am besten jeden Morgen, durch, wenn Du die Vorteile des Ölziehens spüren willst! Spätestens nach 10 Tagen werden die ersten positiven Effekte spürbar sein.

Die 20 Minuten sind deswegen wichtig, weil das Öl die Zeit benötigt, um in den Zahnzwischenräumen und Zahnfleischtaschen vorzudringen und die dort versteckten schädlichen Bakterien zu erwischen und die Schlacken aufzunehmen.

Ölziehen mit ätherischen Ölen und Kräutern

Noch eine tolle Sache ist, dass Du ätherische Öle beim Ölziehen sehr wirkungsvoll einsetzen kannst. Ätherische Öle bringen das Ölziehen auf einen neuen Level. Mittlerweile gibt es auch spezielle Mundöle im Handel, die Kräuter oder ätherische Öle wie Salbei und Thymian enthalten. Aber Du kannst die Mischung auch selbst nach Deinem eigenen Geschmack herstellen.

Ätherische Öle und Kräuter besitzen mächtige antibakterielle, antivirale und antifungale Eigenschaften und sie können die Wirksamkeit der Prozedur stark erhöhen. Zusätzlich, wenn die ätherischen Öle im Mundraum absorbiert werden, wird der Körper die antioxidative und heilende Wirkung dieser wunderbaren Verbindung erfahren.

Hier sind 2 meiner Lieblingswege, ätherische Öle während der morgendlichen Ölziehroutine einzusetzen:

  • Für den täglichen Gebrauch füge 3 Tropfen Wildorange, Zitrone oder Minzöl zum gewöhnlichen Esslöffel Kokosöl hinzu.
  • Wenn Du Infektionen oder Entzündungen hast, nimm Nelke, Zimt oder Teebaumöl als eine Art homöopathisches Mittel.

Ölziehen ist Gewöhnungssache

Am Anfang ist es vielleicht keine angenehme Sache, jeden Morgen sofort nach dem Aufstehen das Öl in den Mund zu nehmen, aber es kann Dir helfen, ein Öl auszusuchen, das Dir am angenehmsten schmeckt. Wenn Dir zu Beginn ein Esslöffel Öl im Mund zu viel ist, nimm stattdessen nur einen Teelöffel Öl. Denke dabei an all die Vorteile, die Du Deinen Zähnen und Deinem ganzen Körper bietest. Nach einiger Zeit wird die Prozedur angenehmer. Ziel ist es, dass sie Spaß macht oder zumindest zu einer so angenehmen Routine wie Zähneputzen wird.

Fürs erste kannst Du mit weniger als 20 Minuten anfangen, z.B. 5 oder 10 und die Zeit langsam auf 20 Minuten steigern.

Wenn das Ölziehen überhaupt nichts für Dich ist, nutze alternativ Kokosöl zum Zähneputzen statt Zahnpasta. Tauche Deine Zahnbürste in Kokosöl ein und bürste nach dem normalen Zähneputzen oder stattdessen Deine Zähne mit Kokosöl. Anschließend spülst Du mit warmem Wasser nach. Du wirst erstaunt sein, wie glatt und sauber sich Deine Zähne anfühlen.

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Mehr zum Thema Zahngesundheit bei Rohköstlern erfährst Du hier und hier in meinen anderen Artikeln.

Victoria RustP.S. Möchtest Du mehr über natürliche Pflege ohne Chemie erfahren? Nicht nur für die Zähne, sondern für den ganzen Körper? Dann hole Dir mein brandneues eBook „SCHÖNHEIT BRAUCHT KEINE ZUSÄTZE“ und schaffe den einfachen Übergang zur günstigen und chemiefreien Pflege! Jetzt auch als Taschenbuch bei Amazon verfügbar.

Weiterführende Literatur:

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7 Kommentare

  1. Victoria- Vielen Dank für den informativen Artikel. Ist gerade genau mein Thema- da ich mich gerade für eine Woche Saftfasten bei Heike Bauer vorbereite. LG

  2. Belinda sagt

    Hallo Victoria. Ich habe nun schon einige Artikel von dir gelesen und muss sagen, dass ich einfach nur begeistert davon bin. Ich selber befasse mich auch mit solchen Themen und du inspirierst mich sehr. Mach weiter so ??

    • Victoria sagt

      Danke schön, Belinda 🙂 Das freut mich riesig!

  3. Sandra sagt

    Ölziehen ist eine tolle Sache und der Artikel sehr gut geschrieben. Aber es fehlt der wichtige Hinweis, dass man bei Almagam-Zahnfüllungen auf keinen Fall Ölziehkuren machen sollte! Denn da das Ölziehen auch Schwermetalle entgiftet, „zieht“ er auch das Quecksilber aus den Füllungen. Dies läßt sich nicht alles ausspucken und kann sowohl über den Speichel in den Körper gelangen als auch als Dampf bis ins Gehirn. (Das tut es sowieso vor allem über Nacht, aber die Mengen sind dann wesentlich geringer). Bei Amalgamfüllungen hat daher das Ölziehen eher eine vergiftende als entgiftende Wirkung.

    • Victoria sagt

      Liebe Sandra,
      Vielen Dank für die wichtige Ergänzung! Ich hatte in Erinnerung, dass ich das geschrieben habe, aber anscheinend doch nicht. Ja, ich denke bei Amalgamfüllungen ist es nicht gut, Ölziehen zu machen. Man sollte sich dann erstmal um diese Füllungen kümmern und dann erst um alles andere.

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