Rohkost Basics

Heimische Superfoods Teil 2

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Es gibt viele Gründe, den heimischen Superfoods mehr Aufmerksamkeit zu schenken: Sie sind regional, haben kurze Transportwege und daher sind ihre Lebendigkeit und ihre Wirkstoffe bestens erhalten. Außerdem ist ihre Ökobilanz meist besser als die von Lebensmitteln, die mit dem Flugzeug transportiert werden.

Es gibt viele Mythen und Übertreibungen über verarbeitete exotische Superfoods. Das Problem ist, dass wir es gewohnt sind, alles in Teilen zu betrachten: den menschlichen Organismus, die Lebensmittel und die Welt. Dabei vergessen wir die Ganzheitlichkeit. Ich finde, es ist um einiges gesünder, ein ganzes, lebendiges Nahrungsmittel zu essen als Pulverisiertes und Abgepacktes, das lange gelagert wurde. Daher finde ich einen Bio-Apfel aus der Region viel wirkungsvoller als ein Löffel eines exotischen Superpulvers.

Die Wirtschaftlichkeit spielt natürlich auch eine Rolle: Statt 10 Euro für ein exotisches Pulver auszugeben, investiere ich das Geld lieber in einige Kilo Obst und Gemüse für die ganze Familie vom regionalen Wochenmarkt.

Mein erster Artikel über heimische Superfoods handelte von
1. Brennnessel
2. Löwenzahn
3. Brokkolisprossen
4. Sauerkraut
5. Mariendistel

In diesem Teil geht es um
6. Äpfel
7. Knoblauch
8. Sanddorn
9. Grünkohl
10. Leinsamen

6. Äpfel

Du hast richtig gelesen. Die ganz normalen Äpfel sind ein Superfood. Das gilt aber nur, wenn Du sie in Bio-Qualität und aus der Region hast, ansonsten verderben die Pestizide und die langen Transportwege die ganze Wirkung. Vor allem die alten Sorten sind spitzenmäßige Ballast- und Nährstofflieferanten und stellen besonders im Herbst und im Winter eine optimale Supernahrung für uns dar.
Aufgrund ihrer guten Lagerfähigkeit sind die deutschen Äpfel fast das ganze Jahr verfügbar. Wenn Du sie allerdings im Frühjahr oder im Sommer im Supermarkt kaufst, haben sie bereits mehrere Monate in Kühlräumen verbracht. Deswegen sind die besten Jahreszeiten für Äpfel Herbst und Winter.

was essen veganer

Was steckt im Apfel?

Der Apfel gilt als gesundes Obst. Doch hat er dieses Image auch verdient?

Ganz normal gegessen ist der heimische Bio-Apfel ein großartiger Vitaminspender. Vor allem in der Schale und direkt darunter sind die meisten wertvollen Stoffe und besonders viel Vitamin C konzentriert.

Dazu ist er dank Ballaststoffen, vor allem Pektin und Zellulose, ein wertvolles Heilmittel für das Verdauungssystem und den Stoffwechsel. Ein oder mehrere Äpfel am Morgen gründlich gekaut sorgen für eine gesunde Verdauung und machen fit für den Tag. Pektin sorgt für ein angenehmes Sättigungsgefühl und hilft beim Abnehmen. Reichlich vorhandene Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen Phosphor und Schwefel bringen den Stoffwechsel auf Hochtouren. Die Kohlenhydrate im Apfel sind in einem ausgewogenen Verhältnis und belasten den Insulinspiegel nicht.

Das runde Superfood ist ein perfekter Snack für unterwegs: Er wird in der Tasche nicht zerdrückt und findet dank seiner kompakten Form überall Platz.

Alte Apfelsorten wie Holsteiner Cox, Boskop oder Gravensteiner mit dickerer Schale enthalten mehr sekundäre Pflanzenstoffe als die üblichen Golden Delicious, Pink Lady oder Jonagold aus dem Supermarkt.

7. Knoblauch

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Knoblauch ist nicht nur ein leckeres Gewürz, er ist auch als Heilpflanze sehr wirkungsvoll. Leider ist er nicht so gut, um soziale Kontakte aufzubauen, aber das vergessen wir erstmal.

Knoblauch enthält die Vitamine A, B1 und C, den Mineralstoff Selen und ist eine echte Naturapotheke. Besonders stark ist seine antibakterielle, antiparasitäre und blutreinigende Wirkung. Seine Verwendung in der alternativen Medizin ist vielseitig. Dort wird er gegen Infektionen aller Art, zur Unterstützung des Kreislaufs, als Stärkungsmittel und gegen Bisse und Stiche eingesetzt. Der berühmte Arzt Albert Schweitzer hat Knoblauch früher sogar gegen Cholera und Typhus eingesetzt.

Knoblauch ist ein natürliches Antibiotikum. Es wirkt zwar langsamer und nicht so stark wie moderne chemische Antibiotika, hat dafür aber keine negativen Nebenwirkungen.

Knoblauch ist ein altbewährtes Mittel gegen verschiedene Arten von Parasiten. Schon im Alten Ägypten wurde Knoblauch als starkes Antiparasitenmittel erfolgreich eingesetzt. Die Wirkung von Knoblauch rührt von der Schwefelverbindung Allicin her. Es wird erst gebildet, wenn die Zellwände der Knoblauchzehen durch Schneiden oder Zerdrücken aufgebrochen werden.
Allicin wirkt außerdem im Blut antioxidativ und verlangsamt den Alterungsprozess und ist für den typischen Geruch verantwortlich.

Wenn du in den vollen Genuss der Wirkstoffe kommen möchtest, solltest Du den Knoblauch roh essen.

8. Sanddorn

Sanddorn wird dank seinem sauren Geschmack und dem extrem hohen Vitamin-C-Gehalt die Zitrone des Nordens genannt. Er wurde damals in der DDR sehr populär, weil importierte Zitrusfrüchte Mangelware waren. Der Gehalt an Vitamin C liegt sogar weit höher als bei der Zitrone. Doch die leuchtend orangene Beere hat um einiges mehr zu bieten, als nur Zitronenersatz zu sein. Sanddorn bietet reichlich A-, B-, und E-Vitamine, ungesättigte Fettsäuren, Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Eisen, Kalzium und Mangan. Er gehört zu den wenigen pflanzlichen Nahrungsmitteln, die Vitamin B12 enthalten, und ist eine ausgezeichnete B12-Quelle für Veganer und Rohköstler.
Die kleinen Beeren haben eine große Wirkung auf die Abwehrkräfte – das Haupteinsatzgebiet der Wunderbeere sind Erkältungen, Vitaminmangel-Zustände und allgemeine Schwäche des Organismus.

entschlacken

In Deutschland kommt Sanddorn hauptsächlich in den Sanddünen an der Nord- und Ostsee, in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und im Schwarzwald vor. Die Sanddornbeeren sind in Deutschland jedoch nicht sehr verbreitet, weil ihre Ernte sehr aufwendig und nicht rentabel ist. Das Pflücken ist sehr mühsam und nur per Hand möglich.

Da die Beeren extrem sauer schmecken, kann man nicht viel von ihnen pur essen. Sie machen sich jedoch super in Smoothies und Vitamingetränken. Ich mag sie am liebsten mit einem Löffel durch ein Sieb ausgepresst und mit Wasser vermischt. So entsteht eine basische, belebende Sanddornlemonade.

Aus den Kernen wird Sanddornöl gepresst, das reich an ungesättigten Fettsäuren und fettlöslichen Vitaminen ist.

9. Grünkohl

Grünkohl gehört definitiv auch zu den Superfoods. Er zählt zu den Vitamin-C-reichsten Pflanzen überhaupt und liefert uns eine Fülle an Antioxidantien, sekundären Pflanzenstoffen, Eisen, Kalzium, Kalium, Magnesium und Ballaststoffen. Grünkohl ist ein ausgezeichneter Proteinlieferant und ist kalorienarm.

Grünkohl ist der Superheld des Winters und ideal zur Stärkung des Immunsystems während der kalten Tage. Offizielle Grünkohlsaison ist von November bis März, da er erst durch den Frost seinen Zuckergehalt steigert und so den charakteristischen herb-süßen Geschmack entfaltet. Für die besonders großen Grünkohl-Fans ist unter den neusten Züchtungen eine frühe Sorte, die auch ohne Frost wenig bitter schmeckt und bereits ab September reif zum Ernten ist.

Grünkohl ist im Smoothie oder im Salat besonders gut.

Basische Lebensmittel

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10 . Leinsamen

Die Leinsamen gehören nicht nur zu den gesündesten Lebensmitteln der Welt, sondern sind auch ein kraftvolles Heilmittel ohne schädliche Nebenwirkungen. Ihr Spezialgebiet ist der Magen-Darm-Trakt. Diese Eigenschaft haben sie den zahlreichen Ballaststoffen zu verdanken, die im Darm Wasser binden und aufquellen. Dadurch vergrößert sich der Inhalt des Verdauungstraktes und die Darmbewegung kommt in Schwung. Somit sind Leinsamen ein mildes natürliches Abführ- und Darmreinigungsmittel. Ganz nebenbei helfen Leinsamen beim Abnehmen: Die zahlreichen Ballaststoffe steigern das Sättigungsgefühl und verhindern so Heißhungerattacken.
Außerdem enthalten die Leinsamenschalen Schleimstoffe. Diese schützen die Magen- und Darmschleimhäute und mildern Reizungen bei Entzündungen.

Körper entgiften

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Geschrotete Leinsamen wirken allerdings intensiver als die ganzen, die in unveränderter Form den Verdauungstrakt passieren. Wenn die Samenschalen (wie in diesem Rezept) im Mixer aufgebrochen werden, kommen mehr Schleimstoffe und Leinöl nach außen und verstärken die gesundheitsfördernden Effekte der Leinsamen.

Leinsamen sind eine hervorragende pflanzliche Quelle für Omega-3-Fettsäuren. Sie fördern die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems, helfen auf natürliche Weise den Cholesterinspiegel zu senken und wirken sich positiv auf die Stimmung aus.
Die kleinen Samen sind auch eine gute Quelle für Proteine, Biotin, Vitamine E und B, Magnesium, Zink und Eisen, was sie zu einem Fitness- und Schönheits-Superfood macht.

Fazit:

Mit den heimischen Superfoods erhalten wir eine lebendige, regionale, vielfältige und preisgünstige Supernahrung. Zudem unterstützen wir regionale

Wie sieht Deine supergesunde Ernährung aus?

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Quellen:

3 Kommentare

  1. Antje von Einfach anfangen sagt

    Hallo liebe Victoria, der Artikel spricht mir aus der Seele. Wir ernähren uns im Sommer und natürlich im Winter super gerne von Äpfeln. In unserer Nähe gibt es einen Apfelhof, von den wir profitieren. Schon Sebastian Kneipp meinte „Esse regional und saisonal“. LG Antje

    • Victoria sagt

      Liebe Antje, danke für Deinen Kommentar! Mit Äpfeln geht es mir genauso – ich ernähre mich im Herbst und Winter auch obstmässig von regionalen Bio Ursorten. Ein Apfelhof in der Nähe ist da natürlich wie 6 im Lotto 🙂 Ich gehe jeden Freitag zum Wochenmarkt und habe da eine Frau, die ungespritzte alte Sorten aus eigenem Anbau verkauft. Man kann immer eine gute Bezugsquelle finden!

Kommentare sind geschlossen.